Lasst das Herz sprechen … der Ton macht die Musik

„Es ist schön, wenn Leben erwacht“, mit diesen Worten begann Bezirksapostel Rüdiger Krause am Mittwoch, 27. Februar 2019, im vogtländischen Auerbach den Gottesdienst.

Der Bezirksapostel nahm damit Bezug auf das vorgetragene, modifizierte Lied „Ein Gärtner geht im Garten“, das vom Chor vorgetragen worden war. Er führte aus, dass die Schöpferfreude Gottes gerade jetzt während des Frühlingsbeginns wieder sichtbar wird. Die kleinsten Dinge – sprich Gottes Gaben - können Freude auslösen … aufkeimende Knospen, das Zwitschern der Vögel … Man muss sie nur wahrnehmen und erkennen.
So verhält es sich auch mit den Gaben in der Gemeinde: Wir „müssen“ sie erkennen, anerkennen und in das Gemeindeleben einbringen.   

Dann widmete sich Bezirksapostel Krause dem Bibelwort. Grundlage der Predigt bildete Lukas 6,45: „ Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“

Umgang mit dem Nächsten

Der Bezirksapostel erklärte, dass zu Jesu Zeit die nachbarschaftliche Hilfe gängige Praxis war. Doch wie wurde die gegenseitige Hilfe erwidert? … mit einem gerüttelt Maß, d. h. einem gedrückten Übermaß oder einer peniblen Aufrechnung der erhaltenen Leistung? Hierbei spielt(e) der Richtgeist eine Rolle. Ohne Beurteilung geht es im Leben nun mal nicht. Selbst unsere Kinder werden von Erziehern und Lehrern beurteilt. Welche Motivation legt der Beurteilende zugrunde? Will er aufbauen, motivieren, stärken? Oder will er dem Anderen mal gehörig die Meinung sagen? Welche Triebkraft hat ein Geber? Gibt er aus Liebe oder aus Berechnung? Aus Liebe wird er im Übermaß geben.

„Lassen wir unser Herz sprechen.“, so der Aufruf von Bezirksapostel Krause an die Gottesdienstbesucher.

Gaben Gottes, unsere Schätze

Orientierung hierfür gibt uns Jesus. Wie war seine Herzenseinstellung? Er nahm sich ohne Ausnahme aller Menschen an. Doch dabei hatte er nicht nur ihr irdisches Wohlergehen im Auge. Vielmehr macht(e) Jesus deutlich, dass es um das Zukünftige, um die Errettung der Seele geht. Unterstützend lässt Gott uns fortwährend seine Schätze ohne Einschränkungen zuteilwerden. Diese sind z. B.:

  1. Gottes Nähe
    Er war in Gestalt seines Sohnes auf der Erde, um den Menschen nahe zu sein. ... und um zu verdeutlichen, dass der natürliche Tod nicht die Endstation für den Menschen ist. 
  2. Gottesfurcht
    Sie ist die Quelle des Guten – denn sie ist Ausdruck unseres Respekts und der Achtung seiner Gaben.
  3. Das Sakrament der Heiligen Versiegelung
    Diese göttliche Gabe haben wir erhalten, dass wir im Glauben und in der Erkenntnis weiter wachsen und uns auf Zukünftiges vorbereiten (können).
  4. Unsere Zukunft bei Gott
    Wir denken nicht nur positiv. Vielmehr denken wir Zielgerichtet.
  5. „Frieden sei mit euch!“
    So wie Gott und Jesus wollen auch wir bereit sein für Neuanfänge – frei von seelischer Belastung, Be- und Verurteilung. Gott bewertet unser Tun verlässlich und nicht willkürlich. Das wollen wir ebenso praktizieren. Achten wir darauf, dass der Ton die Musik macht.

Gaben für die Gemeinde Auerbach

In diesem Gottesdienst spendete Bezirksapostel Krause einem Kind das Sakrament der Heiligen Versiegelung und ordinierte zwei Diakone.

In seiner Ansprache zur Heiligen Versiegelung hob er hervor, dass die Kinder bei Jesus einen ganz besonderen Stellenwert hatten. Er wies darauf hin, dass die Erwachsenen wieder wie die Kinder werden müssten, um ins Himmelreich Gottes zu gelangen. Das bedeutet allerdings nicht, in Kinderschuhen zu verharren. Denn egal in welchem Alter – wir stehen in einem steten Lernprozess. Jesus meinte vielmehr die Herzenseinstellung. So können sich „Große“ und „Kleine“ gegenseitig bei der Weiterbildung ihrer Seele unterstützen und voneinander lernen. Der Bezirksapostel gab den Rat, den Kindern Liebe und Nähe vorzuleben. Denn unser Gott ist kein Strafender, sondern ein Gott der Liebe, der Nähe und der Richtungsweisung.

Während der Ordinationsansprache erklärte Bezirksapostel Krause den beiden Brüdern Tobias und Johannes Fohlert, was es heißt ein Diakon zu sein. Aufgabe des Diakonats ist es Frieden zu stiften, Glauben zu stärken und das Wort Gottes in die Gemeinde tragen. Insbesondere komme es darauf an, die Fähigkeit zu entwickeln, zur richtigen Zeit zu reden oder zu schweigen. Gott wird immer ein Begleiter sein. Man müsse nur in enger Gebetsverbindung zu ihm als Sender stehen, um richtungsgebende Hinweise zu erfahren, so Bezirksapostel Krause.

Fazit:

Es geht einzig und allein um unser Herz und unsere Motivation bei dem, was wir tun. Die Herzenseinstellung ist der Maßstab, mit dem Gott unser Handeln beurteilen wird.