Dankbar
im Rückschauen und im Blick auf das Kommende

Eine Kirchenschließung ist das Ende der Nutzung einer Kirche als sakrales Gebäude. Das ist in der Regel mit einem gottesdienstlichen Akt – der Entwidmung - verbunden. Aus diesem Anlass besuchte Apostel Ralph Wittich die Auerbacher Gemeinde am Mittwoch, den 26. August 2020. Begleitet wurde Apostel Wittich von Bezirksältesten Standke und Bezirksevangelist Mörchel. Der Gottesdienst wurde musikalisch durch verschiedene solistische Beiträge umrahmt.

Dem Gottesdienst legte Apostel Wittich das Bibelwort 1. Thessalonicher 1, 2.3 zugrunde:
Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer im Gebet ohne Unterlass und denken an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung, welche ist unser Herr Jesus Christus, vor Gott und unserm Vater.“

 

Bereits das Lied zu Beginn des Gottesdienstes „Nun danket alle Gott“ (Gesangbuch Nr. 256) und der nach dem Bibelwort von Trompete und Orgel vorgetragene Choral „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ brachte die Grundstimmung der Gemeinde musikalisch zum Ausdruck. Denn wie sagte bereits der spanische Philosoph, Dichter und Essayist Miguel de Unamuno so treffend? „In jedem Ende liegt ein neuer Anfang.“

 

Seit 5. Mai 2005 versammelten sich die Glaubensgeschwister am Neumarkt 1.
Apostel Wittich verdeutlichte, dass es nicht auf das Gebäude ankommt. Denn die Gemeinde füllt die Mauern mit Leben. Gemeinsam Freude und Leid er- und durchleben, sich unterstützen und weiterentwickeln trotz der verschiedenen Zeitverhältnisse – das ist ausschlaggebend.

Apostel Paulus lobte damals die Gemeinde in Thessaloniki. Er bescheinigte ihnen ein vorbildliches Glaubensleben. Sie meisterten HOCH-Zeiten und Tiefs gemeinsam.
Nicht anders in unserer Zeit: Besonders in den vergangenen, von der Corona-Pandemie überschatteten Monaten zeigte sich, wie wichtig eine funktionierende Gemeinschaft ist. Denn dieses lebendige Gebilde soll(te) geprägt sein von Zusammenhalt und Konstanz.

Wodurch zeichnet sich solch eine Gemeinde aus?

  1. durch ihren lebendigen Glauben - dieser äußert sich in Taten. Wie viel wird ehrenamtlich, oft im Stillen, für die Kirche getan von der Vielzahl der Glaubensgeschwister?
  2. durch ihre Liebe zu Gott und zum Nächsten - sie zeigt sich u. a. auch in großer Opferbereitschaft – materiell, zeitlich und kräftemäßig.
  3. durch ihre unerschütterliche Hoffnung - ein klares Glaubensbekenntnis

Apostel Wittich verglich die Gemeinde mit einem Domschatz, einer Sammlung kostbarer Reliquien. Er rief die Gemeinde dazu auf, diesen Tag der Entwidmung zu nutzen, um Altlasten in Respekt vor der Vergangenheit - inklusive getroffener Entscheidungen - loszulassen, um unbeschwert in den Göltzschtal-Gemeinde-Neubau in der Bertolt-Brecht-Straße einziehen zu können.

Bezirksältester Standke beschrieb in seinem Predigtbeitrag die Wohlfühlatmosphäre der Gemeinde Auerbach. Er äußerte den Wunsch, dass das so bleiben möge. Auch wenn ein Abschnitt im Gemeindeleben mit der Entwidmung der Räumlichkeiten zu Ende geht, so bleibt doch bestehen, was liebend getan wurde.

Wir wollen treu bleiben, denn wir haben zu Gott und seinem Sohn „JA“ gesagt. Das möge auch im neuen Zuhause der Gemeinde gelebt werden.