Vergebung macht stark und neu

Apostel Ralph Wittich besuchte am Donnerstag, 16. Januar, die kleine und jung gebliebene sächsische Gemeinde Pausa. Im Gottesdienst wurde der seitherige Vorsteher, Priester Werner Knüpfer, in den Ruhestand und ein neuer Vorsteher beauftragt.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Philemon 25 zugrunde: Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist! Apostel Ralph Wittich betonte in seiner Predigt, dass dieser Brief des Apostel Paulus der kürzeste sei, aber sehr inhaltsreich ist und ein lebendiges Christsein widerspiegelt. Er bezeichnete den Philemonbrief auch als einen seelsorgerischen Brief. 

Paulus, auch Saulus genannt, verfolgte die ersten Christen indem er sie damals verfolgen und töten ließ. Er stand in dem Glauben, dass er richtig handelte. Jesus sah aber viel weiter, viel tiefer in Saulus Herz – er bekehrte sich mit Hilfe des Hananias zu Christus und wurde in die Gemeinden gesandt als Gottes auserwähltes Werkzeug. Was wird sich in den Herzen der Christen geregt haben, die Saulus kannten und er in die Gemeinden kam um das Evangelium zu verkündigen?

Das ist die Zerreißprobe des Christseins: Kann ich das machen? Ist das nicht zu viel des Guten? Hat er das überhaupt verdient? Was verdient wer?

Gott gibt uns nicht das, was wir verdienen, sondern er gibt uns nach seiner Barmherzigkeit, ohne dabei irgendetwas außer Acht zu lassen. Denn er ist gerecht und barmherzig. Was nicht in Ordnung ist, muss wieder in Ordnung gebracht werden. Von Sünden zu reden soll nichts Unangenehmes für Christen sein, denn im gleichen Atemzug sprechen wir von Gnade, Vergebung und Erlösung von den Sünden, welche keine „gönnerhafte“ Gnade Jesus Christus ist. Er bringt seine Barmherzigkeit, Gnade und unverdiente Liebe allen Menschen entgegen.

Für Christus gab es auch bei Petrus keinen Zweifel an seiner Treue obwohl dieser versagt hatte in dem entscheidenden Augenblick, als er den Herrn verleugnete. Wie konnte ihn Christus als Felsen in die Gemeinden stellen? Aus menschlicher Sicht war er für diese Aufgabe nicht mehr geeignet. Petrus „weinte bitterlich“ und wusste in jenem Augenblick, dass er eine große Verfehlung begangen hatte und er bereute zutiefst.

Das macht die Größe Jesus Christus aus: er vergibt bedingungslos, er bohrt nicht ständig nach und hält Verfehlungen vor. Wir möchten uns dieses „Nachbohren“ gar nicht erst angewöhnen. Dinge, die in der Vergangenheit liegen, auch offensichtliche Verfehlungen unseres Nächsten – benötigen dies nicht. Dafür sind wir nicht Christen. Vergebung und Versöhnung zeichnen uns aus!

Apostel Wittich zitierte dazu einen bedeutenden Theologen des 20. Jahrhunderts: „Vergebung macht einen Menschen schön, stark und neu.“

Zum Mitdienen rief Apostel Wittich den scheidenden Vorsteher und Priester Werner Knüpfer noch einmal an den Altar, ehe er nach 46jähriger Amtszeit, davon 27 Jahre als Vorsteher der Gemeinde Pausa, in den Ruhestand versetzt wurde. Der Vorsteher der Nachbargemeinde Zeulenroda-Triebes, Hirte Harald Haupt, bekam vom Apostel den Auftrag, als Vorsteher auch den Geschwistern in Pausa zu dienen.

Nach dem Gottesdienst bedankte sich die Gemeinde bei ihrem scheidenden Vorsteher in vielfältiger Weise und auch der neue Vorsteher wurde herzlich willkommen geheißen.