Erntedank-Gottesdienst
- ein Zeichen gegen Gedankenlosigkeit

Am Sonntag, den 06.10.2019, versammelten sich die Glaubensgeschwister der Gemeinde Auerbach/Vogtland, um gemeinsam den Erntedank zu feiern. Tags zuvor hatten die Jugendlichen der Gemeinde das Kirchlokal gesäubert und zahlreiche Helfer hatten zum umfangreichen Altarschmuck beigetragen. Zudem hielt dieser besondere Dank-Gottesdienst auch eine Premiere für die Gottesdienstbesucher bereit. … dazu später mehr.

Dem Erntedank-Gottesdienst lag für die Predigt das Bibelwort aus 2. Korinther 9,8 "Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk;" zugrunde.

Eingestimmt auf den Gottesdienst wurden wir durch unsere Kinder mit ihrem Liedvortrag „Hast du heute schon danke gesagt“ (Kinderliederbuch „Stimmt mit ein“ Nr. 45). Gemeindevorsteher, Hirte Uwe Herrmann, nahm Bezug darauf und stellte die Frage in den Raum, ob wir bewusst den Liedtext wahrgenommen haben. Wie oft hören wir „Gott sei Dank.“ Sind sich die Aussprechenden immer bewusst, was sie da sagen? Wir wollen uns befleißigen und überzeugend sagen: „Gott, DIR sei Dank!“

Dankbarkeit – Was ist das?

"Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann Gott und den Menschen gegenüber dankbar sein ." … so lautet eine Begriffsdefinition.
Wir haben täglich Grund zum Danken für die vielfältigen materiellen Dinge und Gaben, die wir haben bzw. nutzen können. Doch diese verhelfen uns nicht zur Seligkeit erklärte uns Hirte Uwe Herrmann. Der Reichtum an geistlichen Gaben und deren Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft ist es, der selig macht. Die Liebe ist eine dieser geistlichen Gaben. Alles, was wir aus Liebe "verschenken" – ohne auf eigenen Vorteil bedacht zu sein – wird auch uns glücklich, ja selig machen.

Ist Dankbar-sein heute noch zeitgemäß?

Wenn wir uns umschauen stellen wir fest, dass unsere Gesellschaft leider das Dankbar-sein verlernt hat. Vieles wird als selbstverständlich hingenommen, kleine Dinge, die gut tun, werden oft nicht wahrgenommen oder ihnen wird keine Bedeutung beigemessen.

Wir wollen ein Zeichen setzen und nicht Gedanken-los durch den Alltag gehen. Wir wollen unseren Kindern vorleben, dass Dankbarkeit ein hohes Gut ist. Denn unsere Kinder sind die Zukunft unserer Gemeinde, unserer Kirche, der Gesellschaft. Wenn nicht wir ihnen die Werte vermitteln, die ein Miteinander möglich machen, wer dann?

Wertevermittlung - Praxisteil

Und dass unsere Kinder reichlich Freude zu verschenken haben, demonstrierten sie eindrucksvoll in diesem Erntedank-Gottesdienst durch Gesang und Flötenspiel.
Premiere hatten unsere „Flöten-Kids“, denn sie traten erstmalig vor Publikum auf. Im Frühjahr hatten wir in unserem Gemeindebrief einen Aufruf gestartet, der sich an musizierfreudige Kinder richtete. Seitdem treffen sie sich wöchentlich mit „ihrer“ Silke, um das Flötenspiel zu erlernen und zu vertiefen. Wie begeistert sie bei der Sache sind zeigte sich bereits während der Proben und nun in diesem Gottesdienst bei ihrem ersten Einsatz als Instrumentalisten.

In der Übungsphase haben sie nicht nur das Flötenspiel erlernt. Nein, sie lern(t)en, dass es auf jeden ankommt, sie aber nur gemeinsam ihr gestecktes Ziel erreichen. Und sie erleb(t)en, dass es in der Gruppe Spaß macht, man aber auch aufeinander schauen und Rücksicht nehmen muss ... Wertevermittlung praktisch umgesetzt.

Fazit

Wir wollen aus Liebe zum Nächsten Dankbarkeit zeigen. Denn:
Es kostet nichts dankbar zu sein, doch es ändert einfach alles.