Das Wochenende war auch mal notwendig

Jeden Gottesdienst stehen sie am Altar und bedienen ihre Gemeinden. Die Erwartungen der Gottesdienstteilnehmer an die Predigtworte, die Sakramentshandlungen, die liturgischen Abläufe oder die Gespräche davor und danach fordern die Gemeindevorsteher oder deren Vertreter immer wieder aufs Neue. Alles will in den Gemeinden bedacht, geregelt, erbeten oder verkündet werden. Das Vorsteher-Wochenende ist für die „Dauerarbeiter“ wie eine Auszeit, in der einmal die Gemeinschaft richtig genießbar wurde..     

Apostel Ralph Wittich hat die Gemeindeleiter und deren Stellvertreter mit Ehepartnern aller 63 Gemeinden seines Arbeitsbereiches (Apostelbereich Süd) für ein Wochenende eingeladen. Zwischen dem Willkommenskaffee am Samstag in einem Hotel in der sächsischen Stadt Meerane und dem Abschiedskaffee am Sonntag in der Bezirksgemeinde Chemnitz lagen Stunden der Wertschätzung, professionelle Workshops, gemeinsamer Gesang, Abendandacht, Freiraum für Gespräche und Geselligkeit sowie Gottesdiensterleben in Chemnitz.

Oftmals stoßen die Gemeindeleiter an Grenzen der Belastbarkeit. Wenn scheinbar alle aktuellen Aufgaben, Gottesdienstvorbereitungen usw. abgearbeitet sind, klingelt bestimmt das Handy und es kommt eine neue Situation hinzu, wo Rat, Hilfe oder organisatorische Aufgaben nötig sind. Einer der Workshops begann mit einem Rollenspiel, wo solche Situationen lebensnah dargestellt wurden. Im Terminkalender ist kaum noch Platz. Die Teilnehmer erhielten wertvolle Ratschläge von Kathleen Röhlig und Simone Möller, wie solche Situationen gemeistert werden können. Auch die Familie, der Beruf, Ruhezeiten, Freundschaften usw. dürfen nicht zu kurz kommen. Jeder braucht Zeit, für sich selbst zu sorgen. Nur dann kann man für andere sorgen. So lautet ein zusammenfassendes Fazit. 

Ein weiteres Seminar beschäftigte sich mit Bibelverständnis und Bibelgespräche. Mike Pollmer und Thomas Trautmann sensibilisierten in ihrem Vortrag die Teilnehmer für den Umgang mit der Bibel. In der Auslegung von Bibelworten, die manchmal schwer verständlich sind, stellten sie die Fragen in den Mittelpunkt: Was will der biblische Kontext sagen und was kann er auf keinem Fall meinen. Sich Lösen von mythischen Vorstellungen oder die Nutzung von biblischer Sekundärliteratur kann dabei hilfreich sein. Interessant erschienen auch die praktischen Hinweise zur Durchführung eines Bibelgespräches, die Anforderungen an den Moderator ohne zu dominieren und zu belehren sowie zu Organisationsfragen hierfür.

Im dritten der kurzweiligen und interaktiv geprägten Workshops zeigte Jana Weyh Möglichkeiten auf, wie Seelsorge durch eine offene Kommunikation gestaltet, Sicherheit ausgestrahlt und Freude vermittelt werden kann. Die Teilnehmer konnten „Stoplersteine“, aber auch „Sternstunden“ aus ihrer seelsorgerischen Arbeit benennen und kommunizieren oder anonym an den Apostel schreiben.   

Zusammenfassend bezogen die Moderatoren ihre Ausführungen auf das Bibelwortes aus der Apostelgeschichte 20, Vers 28: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde.“       

Es folgte eine abschließende kurze Auswertung durch den Apostel, gemeinsamer Gesang, den Uwe Volker am Klavier im großen Saal des Hotels begleitete, das Abendessen und eine besinnliche Abendandacht, die sehr tiefwirkende Eindrücke hinterließ. Danach fanden die Anwesenden noch Zeit um in gemütlicher Atmosphäre der Hotellobby Gemeinschaft zu pflegen. Für manche blieb danach nur eine kurze Nacht übrig.

Nach dem Frühstück am Sonntagmorgen reiste der ganze Autotross nach Chemnitz zum Gottesdienst. Hier der Bericht.

Glücklich, gestärkt und gesegnet und nach einem Abschiedskaffe machten sich die Teilnehmer auf den Weg nach Hause in ihre gemeindlichen Arbeitsbereiche. Es lag viel Aufbauendes und Mut machendes zwischen Willkommens- und Abschiedskaffee.