Gottesdienst für Entschlafene mit dem Bezirksapostel

Der erste Gottesdienst für Entschlafene in diesem Jahr war für die Glaubensgeschwister im Kirchenbezirk Plauen ein ganz besonderes Ereignis: Bezirksapostel Wilfried Klingler diente ihnen im Gemeindezentrum Plauen. Der Gottesdienst stand unter dem Bibelwort Jesaja 58,10.

Am 4. März 2007 diente Bezirksapostel Wilfried Klingler in der Kirche Plauen. Er wurde begleitet von Aposteln und Bischöfen aus Mitteldeutschland.

Grundlage des Gottesdienstes war das vom Stammapostel gegebene Wort Jesaja 58,10:

"Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag."

Apostel Jens Korbien aus Sachsen-Anhalt, Apostel Achim Burchard aus Niedersachsen und Apostel Gerald Bimberg aus Sachsen/Thüringen dienten mit.

Kerngedanken aus dem Gottesdienst:

Die Vorbereitung auf einen Gottesdienst für Entschlafene beginnt bereits unmittelbar nach der Beendigung des vorhergegangenen Gottesdienstes für Entschlafene.

Unsere Fürbitte soll zielgerichtet sein mit dem Gedanken: "Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist" (Jakobus 5,16). Je enger unsere Verbindung zu Verstorbenen ist, umso inniger ist unser Gebet.

Es besteht ein Unterschied, ob man für jemand betet oder ob man mit ihm betet. Das Miteinander-Beten lässt spüren, wie es in der Seele des Beters aussieht, wie sehr er mit dem Betroffenen mitempfindet.

Das Herz des Anderen finden lassen - wie geschieht das? Am sichtbarsten wird es, wenn man betet. Denn das Beten ist das Öffnen des Herzens. Wenn in unserer Fürbitte mitschwingt, dass uns am Wohlergehen des Unerlösten gelegen ist, dann wird ihm Hilfe werden.

In der Heiligen Schrift sind folgende Beispiele benannt:

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  • Der barmherzige Samariter ließ dem Überfallenen Hilfe werden.
  • Im Gleichnis vom verlorenen Sohn empfing der Vater seinen reumütig heimkehrenden Sohn mit offenen Armen - ohne Vorwürfe.
  • Jesus heilte trotz Sabbat am Teich Betesda einen Kranken, der seit 38 Jahren bewegungsunfähig war.
  • Jesus am Kreuz - selbst unter großen Qualen - entschied , dass von nun an Johannes Marias Sohn sein soll, denn er empfand mit seiner leidenden Mutter.
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    Helfen kann nur der Herr. Aber wir können Orientierung geben, vorausgesetzt, dass wir das Verlangen haben, helfen zu wollen.

    Wie ist das in der Ewigkeit? Wir müssen Verbindung zu den Orientierungslosen suchen. Ebenso gibt es Ziellose, die den Kontakt zu uns herstellen. Denen wollen wir auch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Denn wenn wir ganz konkret für eine Seele bitten, erreichen wir damit noch viele andere - so, wie das Umfeld durch ein Licht, eine Kerze erhellt wird.

    Wenn unser Dunkel wie der Mittag sein wird, so ist schon hier ein Ausblick auf die Herrlichkeit Gottes gegeben, die am Ende alles überstrahlen wird. Zwar ist noch eine Trennung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits da, doch gehören beide Seiten zu einem Ganzen.

    Bei der Vorbereitung auf die Feier des Heiligen Abendmahles stellte der Bezirksapostel den Begriff Gerechtigkeit heraus. Wer ist gerecht? Nicht der Pharisäer, sondern der Zöllner war sich bewusst, dass er der Gnade des Herrn bedarf. In diesem Bewusstsein wollen auch wir stehen.
    Was schwingt in uns, wenn wir teilhaben dürfen am Leben Christi? Wir freuen uns auf unsere Auferstehung. Das zeigen wir denen, die Hunger haben - Hunger nach Frieden, Gnade, Barmherzigkeit, Vergebung, Erlösung - nach den Heilstaten unseres Gottes.

    Im Fortgang des Gottesdienst lenkte Bezirksapostel Wilfried Klingler zur Einstimmung auf die Durchführung der sakramentalen Handlungen den Blick der Gemeinde auf zwei bestimmte Gruppen von Entschlafenen:

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  • Entschlafene, die gezwungenermaßen durch eine fremde Macht ums Leben kamen
  • Entschlafene, die ihrem Leben freiwillig ein Ende gesetzt haben.
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    Mehr als 11.000 Menschen verloren allein in Plauen während der beiden Weltkriege ihr Leben. Das war damals. Wie viele Kriegsherde gibt es heute noch!
    In Bezug auf die Gruppe der Lebensmüden sprach Bezirksapostel Klingler von einem imposanten Bauwerk, dass sich in der Nähe von Plauen befindet - die Göltzschtalbrücke. Wie viele Hunderte haben sich seit der Erbauung von dieser Brücke 78 Meter in die Tiefe gestürzt? Sie hofften auf einen Ausweg und haben nicht bedacht, dass der Baum so liegen bleibt, wie er fällt.

    Auch in der Heiligen Schrift sind Beispiele benannt, wo jemand von sich aus den Tod wünschte:

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  • Simson, begnadet vom Herrn, war ausgerüstet mit einer außergewöhnlichen Kraft, bis er sein Geheimnis verriet. Er suchte den Tod, um damit seinen Qualen ein Ende zu setzen.
  • Judas war immer in der Nähe des Herrn gewesen, wo er das Wirken Jesus miterlebte. Doch dann lockte das Geld. Letztendlich warf er es in den Tempel und erhängte sich.
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    Die Hoffnungslosigkeit, mit der man einem Leben ein Ende setzt, bringt keine Erlösung. Die Erlösung bringt das Opfer Jesu Christi.

    Text: S.C./Fotos: Ka.Mr.