Frühlingstreffen im Rittergut Positz

Etwa 150 Christen und Freunde hatten sich am Pfingstmontag aufgemacht, um an einem Frühlingstreffen im Rittergut Positz teilzunehmen. Anfänglich war viel Sorge wegen des Dauerregens, doch dann wurde das Zusammensein - Gott zum Lobe! - ein unvergessliches Erlebnis.

Viele Wolken und strömender Regen - das waren die Witterungsbedingungen, unter denen am 28. Mai 2007 die Anreise zum Frühlingstreffen im Rittergut Positz erfolgte. Ca. 150 Christen und Freunde hatten sich aufgemacht, um gemeinsam einen Tag der Freude zu erleben. Spannendes war im Programm zu finden und allen stellte sich in Anbetracht des Dauerregens die Frage: Wie soll das heute bloß werden?

Geladen waren Glaubensgeschwister und Freunde aus den Gemeinden Pößneck, Ranis, Rockendorf und Wurzbach, dazu noch ein paar aus Schleiz, Weimar, Jena, Berlin und Umland, Region Halle, Altenburg ... Gegen 10 Uhr trafen nach und nach alle Teilnehmer ein - aufgrund des Dauerregens, der jetzt zum Nieseln geworden war, meist schnellen Schrittes - und bestaunten erst einmal das wunderschöne Ambiente des Rittersaales. Nachdem man sich einen Platz gesichert hatte, bekam man einen ersten Eindruck von der Menge der Teilnehmer und war nun auf das Kommende gespannt. Denn es war eigentlich klar, dass die auf 10:30 Uhr angesetzte Wanderung wohl buchstäblich ins Wasser fallen würde. Die Kinder strömten schon mal durchs Rittergut, um alles zu erkunden: Schaukel, Rutsche, Streichelzoo, Scheunen usw.

Von jedem, den man in der Umgebung gefragt hatte, wie das Wetter heute sein werde, erhielt man die Antwort: "Dauerregen den ganzen Tag". So aber nicht in Positz! Denn nach dem Lied: "All die schönen Jahre, all die schöne Zeit", schwungvoll vorgetragen vom jugendlichen Männerchor zur Einstimmung auf die folgenden Stunden, bemerkte der Organisator Matthias Creutzberg schon bei seiner Begrüßungsansprache, dass sich der Regen verflüchtigt hätte und die Wanderung stattfinden kann.

Johanna Ströhla aus Pößneck äußerte am nächsten Tag: "Es war, als hätte jedes Gebet einen Tropfen wieder gen Himmel geschickt." Selbst die Besitzerin des Rittergutes, mit der man sich am Abend unterhielt, wunderte sich, dass die "grauen Wände", die um Positz herum über den Tag auf- und abgezogen waren, ihre Last einfach nicht loswurden, obwohl die Erfahrung lehrt, dass Positz immer das schlechte Wetter abbekommt. Anke Zimmermann bemerkte am anderen Tag treffend: "Man kann also letztlich sagen, dass alle die, die gestern nicht in Positz waren, leider Pech mit dem Wetter hatten."

Matthias Creutzberg sagte, dass er sich von Herzen wünscht, dass jeder am Ende des Tages die Zeilen des verklungenen Liedes für sich in Anspruch nehmen kann, die da lauten: "Danke für den Frieden, danke für die Wärme, danke für die Freundschaft, danke für die Freude, danke für die Mühe, danke für die Heiterkeit, danke für die Liebe, danke für so vieles, wo Worte fehlen, es zu beschreiben!"

Bezug nehmend auf den am Vortag erlebten Gottesdienst mit Stammapostel Wilhelm Leber, der darauf hinwies, dass Jesus sich allen Menschen zuwandte, auch denen, die sich am Rande der Gesellschaft befinden, meinte Matthias Creutzberg: "Manchmal rümpfen wir die Nase über den einen oder anderen, haben Vorbehalte oder begegnen uns nicht immer mit Liebe. Geben wir doch mehr der Liebe Jesu in unserem Herzen Raum. Von Jesu lernen bedeutet: beten, dienen, zuwenden. Wir wollen uns stets am Herrn orientieren. Dienen heißt, etwas für den anderen tun!"

Der offiziellen Eröffnung folgte ein Gebet, das nicht vom "ranghöchsten" Amtsträger gesprochen wurde und so davon zeugte, dass es möglich ist, auch einmal von eingefahrenen Gleisen abzuweichen, oder, wie Apostel Wosnitzka neulich sagte, sich über ungeschriebene Gesetze hinwegzusetzen.

Dann formierten sich alle im Hof zu einem Gruppenfoto, und anschließend ging es in frischer und trockener Waldluft auf Wanderschaft. So manches Gespräch von Christ zu Christ entwickelte sich. Eine gut gewählte Route durch Wiese und Wald hielt eine Überraschung bereit, denn es galt Kreuzworträtsel mit biblischen Fragen zu lösen, deren richtige Antworten zum Schluss zu einem Motto für diesen Tag, ja für das ganze Leben wurden.

Der anschließende Brunch setzte sich aus einer Vielzahl wohlschmeckender Salate sowie zünftigen Thüringer Rostbratwürsten und Wiener Würstchen zusammen. Nach dem Essen wurde es mittelalterlich: Unter Einbeziehung vieler Anwesender begann eine kurzweilige Bauern-Olympiade - einschließlich eines überzeugenden Vogtes Wolfgang I. alias Dr. Wolfgang Thom aus Pößneck -, die in dem spektakulären Positzer Sackgang ihren Höhepunkt fand und mit der Übergabe des Pokals an die Siegermannschaft endete.

Erneut trat das Männerquintett mit einem Lied auf, welches diesmal Anja Charwat aus der Gemeinde Wurzbach mit dem Klavier begleitete. Im Anschluss gab es zwei weitere Einlagen: Jugendliche und Kinder der Gemeinde Pößneck spielten ein kabarettistisches Stück, welches christliche Untugenden von Alt und Jung auf die Schippe nahm und somit nicht nur für heitere, sondern auch für nachdenkliche Gesichter sorgte. Einen Exkurs in die biblische Geschichte unternahmen Raniser Jugendliche mit dem Singspiel "Elia und die Baalspriester".

Zum krönenden Abschluss brachte der Jugendchor ein Lied zu Gehör, das den Tag insgesamt abrundete und so manches Herz höher schlagen ließ: "Jesus, zu dir kann ich kommen, wie ich bin"> - das Motto des Tages, die Lösung des Kreuzworträtsels.

Bezirksevangelist Hans Franz aus Wurzbach bedankte sich bei allen Teilnehmern und Organisatoren herzlich und schloss den Dank an den lieben Gott an. Das Abschlussgebet folgte, und sogleich ging es zum Kuchenbuffet, welches rasant abnahm.

Nach dem Kaffeetrinken traten die meisten, sich mit lieben Dankesworten verabschiedend, die Heimreise an. Einige ließen es sich nicht nehmen, zuletzt noch an einer Führung durch das Rittergut teilzunehmen, um Interessantes über seine Geschichte und seinen Umbau zu erfahren.

Ein guter Freund und Christ schrieb in einem Dankbrief für den erlebten schönen Tag: "In euch wohnt ein lebendiger Glaube, der deshalb so fröhlich wirkt, weil er ernst genommen wird. Im Austausch unserer Meinungen und Ansichten spürten wir immer wieder, wie nah man sich kommt, wenn man die Nähe zu Christus sucht."

B.S.; Bilder: M.C./O.S.