Gott kann immer einen Weg bereiten

Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten war zentrales Thema des gemeinsamen Kinderfestes der Gemeinden Schleiz, Mühltroff und Zeulenroda. Treffpunkt war die Schmidtenmühle in Lössau, in der Nähe der thüringischen Stadt Schleiz.

Auszug aus Ägypten mit den Kindern aus Schleiz, Mühltroff und Zeulenroda

Lössau. Gott hatte 10 Plagen über Ägypten kommen lassen, ehe der Pharao dem Volk Israel den Auszug aus Ägypten erlaubte. Das, was die Israeliten während ihrer Wanderung durch die Wüste erlebt hatten, war am Nachmittag des 14. Juli 2007 zentrales Thema des Kinderfestes der Gemeinden Schleiz, Mühltroff und Zeulenroda.

Treffpunkt war die Schmidtenmühle in Lössau, nahe Schleiz in Thüringen. Bei sommerlichen Temperaturen, strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel bot sich den Kindern und ihren Begleitern bei ihrer Ankunft ein nicht alltägliches Bild: Der weiträumige Garten der Schmidtenmühle war mittels Zelten, Decken und Schaffellen in das "Land der Pharaonen und Pyramiden" umgestaltet worden.

Neugierig folgten die Kinder Evangelist Siegfried Rögner in die Scheune. Hier wurden sie zunächst auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet, indem die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten noch einmal verlesen wurde. Veranschaulicht wurde das Ganze durch Bilder oder Süßigkeiten. Zum Beispiel kamen zuckerige Haribo-Frösche zum Einsatz, als es um die Froschplage ging. Schokobons hingegen eigneten sich super als Ersatz für Hagelkörner.

Nach der Theorie folgte nun die Praxis. Natürlich wollten die Kinder als erstes ihre Kleidung abändern, um sich optisch gut in das Gesamtbild einzufügen. Kreativität war also gefragt: Wie waren die Israeliten damals gekleidet? Welche Muster waren modern? Und welche Schnitte waren zeitgemäß und gleichzeitig praktisch?

Nachdem die Kleiderfrage geklärt war, widmeten sich die Kinder nun der nächsten Aufgabe: der Herstellung der Gesetzestafel. Damals hatte Gott den Israeliten im 3. Monat nach ihrem Auszug aus Ägypten die 10 Gebote durch Mose übergeben. In Lössau allerdings mussten die Kinder ihre aus zwei Teilen bestehende "Gesetzestafel" eigenhändig mit zwei Fäden zusammenbinden und die 10 Gebote draufschreiben. Das erforderte Augenmaß und handwerkliches Geschick.

Ja, wenn man sich auf eine Reise bzw. Wanderung begeben will, muss man über geeignete Gepäckstücke verfügen. Also ging es als nächstes darum, mit Geduld Körbe zu flechten. Emsig machten sich die Kleinen und Größeren ans Werk, denn danach sollte der Auszug aus Ägypten endlich beginnen.

Wie einst das Volk Israel gingen die Kinder, bepackt mit ihren Habseligkeiten, die Bundeslade geschultert, über Stock und Stein. Doch was war das? Die Kinder trauten ihren Augen kaum: Mitten im Garten der Lössauer Schmidtenmühle ergoss sich das Schilfmeer, welches überwunden werden musste. Unerschrocken und behende "durchwanderte" die Kinderschar das aus einem großen farbigen Schwungtuch bestehende "Nass".

fileadmin/redaktion/bezirk-plauen/2007/2007-07-loessau-kinderfest/13443_bericht_auszug_gr.jpgSchritt für Schritt ließen die Kinder ihr "Ägypten" hinter sich. Doch bald darauf verspürten die jungen Wanderer Magenknurren. Ebenso wie beim Volk Israel wurde auch hier Abhilfe geschaffen: Es gab Manna in Form von Minibrötchen und anstelle von Wachteln verspeisten die hungrigen Pilger Wachteleier.

Nach der leiblichen Stärkung ging es weiter. Das Ziel war nicht mehr weit. Die ersten Kinder konnten schon die Mauer sehen, die das "gelobte Land" umgab. Wie damals war es nun an der Zeit, die verschiedenen Instrumente zum Einsatz zu bringen. Die verhältnismäßig kleine Schar brachte mit lautem und anhaltendem Musizieren die große Pappkarton-Mauer recht schnell zum Einsturz. Und mit dem Kinderlied "Hast du heute schon Danke gesagt" auf den Lippen zogen sie in ihr "Kanaan" ein.

Ein ereignisreicher Nachmittag neigte sich langsam seinem Ende zu. Doch die Kinder fanden dennoch genügend Zeit, um zum Thema des Tages Bilder zu malen oder Basteleien anzufertigen. Wer allerdings trotz der anstrengenden Wanderung immer noch über genügend Kraftreserven verfügte, der ließ seine Muskeln beim Tauzieh-Wettbewerb spielen.

Das lehrreiche Kinderfest klang mit dem Ergebnis aus, dass es manchmal so aussieht, als wäre keine Hilfe in Sicht. Dann erwartet Gott, dass wir ihm vertrauen. Für ihn ist nichts unmöglich. Denn er kann immer einen Weg bereiten.

Text: S.C., Fotos: KiFeTe

Auszug aus Ägypten...