Konzert am Vorabend des Gottesdienstes für Entschlafene

Der Jugendchor Schleiz, das Schleizer Kammerorchester "musica visenta" und die Sopranistin Cornelia Kortüm gestalteten unter der Leitung von Stefan Kothner ein Konzert zur Einstimmung auf den Gottesdienst für Entschlafene.

Zeulenroda. "Noch leben wir, wenn auch gefangen ..." mit diesen Worten aus einem Gedicht eines Häftlings des Konzentrationslagers Dachau eröffnete Bezirksältester Thomas Blank am Samstag, dem 3. November 2007 in der voll besetzten Kirche Zeulenroda ein Konzert zur Einstimmung auf den Gottesdienst für Entschlafene. Ausführende waren der Jugendchor Schleiz, das Kammerorchester "musica visenta" und die Sopranistin Cornelia Kortüm; die Leitung hatte Stefan Kothner.

Nicht nur die Darbietungen des sauber intonierenden und die Texte gut beherrschenden Chores (von der Orgel oder von Streichern begleitet), sondern auch die vor jedem Chorwerk vorgetragenen Textpassagen lenkten die Gedanken der Zuhörer eindrucksvoll auf den besonderen Gottesdienst am Sonntag.

Moderator Torsten Zimmermann sprach über persönliche Schicksale der Komponisten und Textdichter, außerdem verwies er auf historische Hintergründe der Liedkompositionen.

Bitteres Erleben inspirierte zum Beispiel Johann Sebastian Bach, der in wenigen Jahren sieben seiner Kinder in die Ewigkeit abgeben musste, den Choral zu komponieren "O Ewigkeit, du Donnerwort". Die Konzertbesucher erfuhren auch von der schlimmen Lebenssituation des evangelischen Pfarrers Dietrich Bonhoeffer, der in einem Konzentrationslager gefangen war und dort kurz vor seiner Ermordung die ergreifenden und tröstlichen Verse verfasste:

"Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

(Schlussstrophe aus seinem Gedicht "Von guten Mächten")

Die Wortbeiträge zeigten den Zuhörern die vielfältigen Formen von "Gefangenschaft" auf. Es wurde hingewiesen auf die unzähligen unbekannten und namenlosen Menschen, die in den Jahrhunderten zu Tode gekommen sind, auf die unzählbaren Scharen von ungeborenen Kindern, von verfolgten, gehassten und gequälten Menschen, um nur einige Gruppen zu nennen, die durch Lieblosigkeit und Bosheit anderer ihr Leben verloren haben. Alle brauchen die Hilfe Gottes und seine Gnade durch das Opfer seines Sohnes.

Die rund 50 jugendlichen Sänger, die 10 Streicher, die Sopranistin Cornelia Kortüm sowie der Organist André Kögler haben mit ihren auf die Ewigkeit bezogenen Liedern und Chorälen wie auch mit dem Adagio aus dem Konzert für Klavier und Orchester op. 102 von Dimitri Schostakowitsch in beeindruckender Weise den Gottesdienst für Entschlafene mit vorbereitet.
Dafür gebührt ihnen ein herzliches Dankeschön!

Text: U.S. / Fotos: U.S.

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