Heiligabend - eine Andacht mit Tiefgang

Zur Abendandacht an Heiligabend fanden sich ca. 25 Teilnehmer in der Gemeinde Pößneck ein. Beginnend mit einem Gebet wechselten sich musikalische Beiträge und Lesungen, u.a. die Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium des Lukas, ab. Die Lesungen stammten aus dem Buch "Weihnachtstimmen" von Ruth Heil.

Zur Abendandacht an Heiligabend fanden sich ca. 25 Teilnehmer in der Gemeinde Pößneck ein. Beginnend mit einem Gebet wechselten sich musikalische Beiträge und Lesungen, u.a. die Weihnachtsgeschichte aus dem Evangelium des Lukas, ab. Die Lesungen stammten aus dem Buch "Weihnachtstimmen" von Ruth Heil.

Gott kommt als Mensch in die Welt
Neben der in Teilen vorgelesenen Weihnachtsgeschichte nach Lukas in der Übersetzung "Hoffnung für Alle" und einigen musikalischen Beiträgen wurden aus dem Buch von Ruth Heil einige kurze Dialoge vorgetragen. Man hörte, wie sich der Vater mit dem Sohn unterhielt und ihn bat, seine Liebe zu uns Menschen auf die Erde zu bringen oder die Engel miteinander sprachen, wie unmöglich es ist, dass Gott als Mensch auf die Erde kommen will!

Wer bin ich, dass der König zu mir kommt?
Besondere Höhepunkte waren die Gedanken, die dem Stall und der Krippe in den Mund gelegt wurden. Bin ich rein genug für den Heiland? Muss ich erst noch sauber machen? Soll er morgen wieder kommen? Gebe ich ihm Raum in mir? Bin ich wert, dass er zu mir kommt?

Gemeinsam Beten - Füreinander da sein
Die anschließende Gebetsgemeinschaft war für die meisten etwas ungewöhnlich. Nach einem einleitenden Gebet hatte jeder in den Augenblicken der Stille die Möglichkeit, ein persönliches Gebet für sich oder andere in gesprochenen Worten oder Gedanken vor Gott und Christus zu bringen.

Gespräch mit dem Kind in der Krippe
Diese Überschrift trugen die abschließenden Gedanken aus dem Buch von Ruth Heil:

Ganz klein bin ich, damit du alle Angst verlieren kannst vor dem gewaltigen Gott.
Ganz hilflos liege ich vor dir, damit du dir in deiner Hilflosigkeit nicht ausgeliefert vorkommst.
Ganz arm bin ich, damit du dich nicht deiner Armut schämen musst.
Ganz wortlos liege ich da, damit du keine Wort formulieren brauchst, um dich auszudrücken.
Du brauchst mir nichts vorzumachen.
Du kannst ganz du selbst sein mit deinen Kanten.
Du musst nichts verstecken vor mir, weder deine Schuld, noch deine Verzweiflung.
Ich strecke meine Hände aus zu dir.
Dir gilt meine ganze Liebe.
Ich bitte dich nur um eines:
Komm!

Komm! Versuche dich nicht zu rechtfertigen für das, was du getan hast. Komm, verbirg nicht deine Unvollkommenheit. Komm, sei einfach, wer du bist und lass dich beschenken mit allem, was dir fehlt.

Herr, ich schaue dich an und bitte dich von Herzen:
Werde du mein - und ich dein, für immer.

Die Ruhe und der Tiefgang der Gedanken dieser Andacht führten dazu, das sich keiner nach dem abschließenden Gebet und dem auf der Zither vorgetragenen "Stille Nacht, heilige Nacht" sofort von den Plätzen erhob, sondern leise Gespräche allmählich das Ende dieses Abends und den Geburtstag Christi einläuteten.

Text: O.S.; Bilder: M.C.