Kinderchor Plauen zu Gast in Hamburg

Im Frühjahr 2007 lud der Kinderchor "Elbschäfchen" unter Leitung von Barbara Bieri den Plauener Kinderchor zu einem Besuch nach Hamburg-Volksdorf ein. Gemeinsam wollten sie zum 850-jährigen Stadtjubiläum von Lüchow in der ortsansässigen Gemeinde ein Frühlingskonzert geben.

Plauen/Hamburg. Im Frühjahr 2007 lud der Kinderchor "Elbschäfchen" unter Leitung von Barbara Bieri den Plauener Kinderchor zu einem Besuch nach Hamburg-Volksdorf ein. Gemeinsam wollten sie zum 850-jährigen Stadtjubiläum von Lüchow in der ortsansässigen Gemeinde ein Frühlingskonzert geben.

Im Vorfeld wurde bereits fleißig geprobt: Es galt, neue Lieder zu lernen und für die Kinderinstrumentalgruppe zu arrangieren. Natürlich stieg bei Kindern und Dirigentinnen die Spannung und Aufregung von Tag zu Tag. Dann war es soweit...

Donnerstag, 1. Mai 2008 - Himmelfahrt

Frühmorgens, gegen 7 Uhr, trafen sich die Kinder mit ihren Begleitern an der Kirche in Plauen, um mit dem Bus zunächst nach Bad Dürrenberg zu fahren, wo sie dem Gottesdienst zur Himmelfahrt beiwohnten. Die Geschwister freuten sich derart über die zahlreiche Kinderschar, dass die Kinder gebeten wurden, den Gottesdienst musikalisch mitzugestalten. Nach dem Gottesdienst stärkten sich die kleinen Sänger und Instrumentalisten mit einem leckeren Imbiss, ehe sie die Fahrt in Richtung Hamburg fortsetzten.
Gegen 17.45 Uhr traf der Kinderchor dann an der Kirche in Hamburg-Volksdorf ein, wo ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wurde. Nachdem ein Dankgebet für Bewahrung während der Anreise gen Himmel geschickt worden war, lernten die Plauener Gäste ihre Gastfamilien kennen. Nun doch ziemlich erschöpft, aber immer noch gut bei Stimme, füllten die Kinder gemeinsam mit den Kindern des Hamburger Kinderchores "Elbschäfchen" mit einigen Liedern aus ihrem Repertoire den Kirchenraum, ehe sie sich wohlverdient das zünftige Grill-Abendbrot schmecken ließen.

Freitag, 2. Mai 2008

Morgens, um 9 Uhr, ging es dann auch schon wieder los: Eine Besichtigung der Speicherstadt mit dem Speicherstadtmuseum stand auf dem Veranstaltungsplan. Und ungefähr zur Mittagszeit wollte man vom Wasser aus einen Blick auf den Hafen werfen. Auf einer Barkasse sitzend bestaunten die Kinder aus nächster Nähe gigantische Hochseeschiffe. Danach fuhren sie mit dem Bus in die Nähe des CCH (Congress Centrum Hamburg). In der angrenzenden Parkanlage "Planten un Blomen", das ist plattdeutsch und bedeutet "Pflanzen und Blumen", vertrieben sich die Kinder auf einem großen Spielplatz ausgiebig die Zeit. Aufgrund des schönen Wetters war verständlicherweise der Ansturm auf den Park-Kiosk wegen eines Speiseeises vorprogrammiert.
Am Nachmittag fand dann eine erste Probe in der Kirche in Volksdorf statt. Aufgrund der vielen Tageseindrücke machte sich unter den Kindern nun doch etwas Müdigkeit breit. Doch um 18 Uhr, bei der "offene" Probe, wo sich Geschwister ein erstes Bild von den einzelnen Konzertbeiträgen machen konnten, war von Schlappheit und Unaufmerksamkeit nichts mehr zu spüren. Angespornt durch den Beifall zeigten Sänger und Instrumentalisten ihr Können. Nach getaner Arbeit klang der Abend wieder mit einem zünftigen Grillabend aus. An dieser Stelle sei allen Beteiligten für die tolle Bewirtung an allen Tagen ganz herzlich gedankt!

Samstag, 3. Mai 2008

Gegen 8.15 Uhr startete der Bus in das ca. 120 km entfernte Moislingen, einem Ort mit dörflichem Charakter. Etwas außerhalb des Ortes befinden sich die "Moislinger Wasseransichten", welche das erklärte Ziel der Reisegruppe waren. Dr. Erich Bäuerle, ein leidenschaftlicher Physiker und Wasserfan, führte sie durch eine kleine Open-Air-Ausstellung. Denn er hat sich auf die Entwicklung optisch sehr reizvoller Modelle der Wellentheorie spezialisiert, um seine Begeisterung in Sachen Physik für andere nacherlebbar zu machen. Seiner offenen und mitreißenden Art, wissenschaftliche Dinge zu erklären, konnten sich selbst die größten Physik-Laien nicht entziehen. Bei den Kindern stand natürlich das selbstständige Experimentieren hoch im Kurs. Als Dankeschön sangen die Kinder "Hast du heute schon danke gesagt", worüber sich Dr. Bäuerle sehr freute.
Unweit der Ausstellung war für die Kinder wieder Gelegenheit sich auszutoben, während Lünchower Geschwister an Ort und Stelle ein Picknick vorbereitet hatten. Zwischen Spielen und Rumtollen stimmten die Kinder spontan einige Lieder an. Der Gesang veranlasste Spaziergänger stehen zu bleiben, um zunächst erstaunt und dann andächtig zu lauschen.

Gegen 15 Uhr traf die sangesfreudige Gruppe vor der Lüchower Kirche ein. Die Plauener Gäste trauten ihren Augen kam, denn da stand doch tatsächlich ihr Vorsteher, Ev. Karsten Treiber! Er war extra aus dem 350 km entfernten Plauen angereist, um die Kinder bei ihrem großen Auftritt moralisch zu unterstützen.
Zum Frühlingskonzert konnten weitere Gäste begrüßt werden, u. a. der Beauftragte für Musikarbeit der Gebietskirche Sachsen/Thüringen, Ev. Jürgen Gerisch, mit seiner Frau, der örtliche Öffentlichkeitsbeauftragte der NAK, Achmed Date, sowie der Bürgermeister der Stadt Lüchow. Auch der Busfahrer und seine Gattin wollten sich diesen Hörgenuss nicht entgehen lassen und mischten sich unter die Konzertbesucher.

Geistliche Lieder, wie "Hast du heute schon danke gesagt", "Wohin schaun die Blümelein", "Weißt du, wie viel Sternlein stehen", aber auch Volkstümliches wie "Vöglein im hohen Baum", "Dr Vuugelbeerbaam" und "In Hamburg sagt man Tschüss" kamen zu Gehör. Weiterhin stellten die Hamburger Kinder ein Lied aus dem Musical "Israel in Ägypten" (von T. Riegler) vor, in dem es um die Befreiung der Sklaven geht: "Endlich frei, es ist vorbei - niemals wieder Sklaverei". Das Musical wird voraussichtlich im Sommer uraufgeführt werden. "Die Made", ein vertontes Gedicht von Heinz Ehrhardt, brachte dann so machen Zuhörer zum Schmunzeln.

Sonntag, 4. Mai 2008
Kindergottesdienst für die Bezirke HH-Mitte/HH-West mit Apostel R. Krause

Kurz vor 9 Uhr ging die Fahrt - diesmal aber mit dem gesamten Gepäck - los, denn nach dem Kindergottesdienst sollte es wieder in Richtung Heimat gehen. Schon im Bus erklangen die ersten Lieder. Und so kam die Reisegruppe gegen 9.30 Uhr in Hamburg-Eidelstedt an.

Apostel Rüdiger Krause legte dem Gottesdienst das Textwort Matthäus 9, aus 28 zugrunde:

"... Und Jesus sprach zu ihnen: Glaubt ihr, dass ich das tun kann? Da sprachen sie zu ihm: Ja, Herr."

Nach dem Gottesdienst war ein Mittagsimbiss vorbereitet, so dass keiner hungrig die Reise antreten musste. Am Bus machte sich dann Abschiedsstimmung breit, denn manch einer der Kinder war ein wenig traurig, dass dieses Wochenende schon wieder vorbei war. Gemeinsam wurde das Lied "In Hamburg sagt man Tschüss" angestimmt, ehe sich alle ein letztes Mal von ihren Gastfamilien verabschiedeten und in den Bus einstiegen.
Nach langer Fahrt wegen Umfahrens eines Staus auf der Autobahn trafen Kinder und Betreuer um 21.45 Uhr wohlbehalten in Plauen ein, wo schon seit geraumer Zeit die Eltern auf ihre Ankunft warteten.

Text: K.Mr./Fotos: K.Mr.

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