Vom Korn zum Brot

"Vom Korn zum Brot" - dieses Motto stand im Mittelpunkt des Bezirkskindertages, zu dem Bezirksältester Thomas Blank alle schulpflichtigen Kinder mit ihren Freunden und BetreuerInnen herzlich eingeladen hatte.

(13.07.2008) Plauen. "Vom Korn zum Brot" - dieses Motto stand im Mittelpunkt des Bezirkskindertages, zu dem Bezirksältester Thomas Blank alle schulpflichtigen Kinder mit ihren Freunden und BetreuerInnen herzlich eingeladen hatte.

Ort des Geschehens war das Vogtländische Umwelt- und Naturschutzzentrum Pfaffengut Plauen. An der Nordspitze der Stadt Plauen liegend, am Rande des Reisigwaldes, erwies sich das Gut mit seinen weitläufigen Liegenschaften als idealer Veranstaltungsort. So konnte, weitestgehend unabhängig von der Witterung, der Kindertag durchgeführt werden.

Doch bevor es so weit war, hatten selbst die Kinder noch einiges vorzubereiten. Denn es stand die Aufgabe an, zum Thema des Tages den Altarschmuck gemeinsam zu gestalten. Außerdem wollten sie als Kinderchor und -orchester den Bezirkskindergottesdienst musikalisch umrahmen. Aus diesem Grund fanden sie sich am Nachmittag des 6. Juli zu einer ersten gemeinsamen Instrumentalprobe in der Plauener Kirche ein.

Sonntag, gegen 8.45 Uhr, herrschte bereits reges Treiben auf dem Gutshof. Eine Fahrzeugkolonne blockierte die Geländeeinfahrt, da Speisen, Getränke, Instrumente, Noten, Materialien für die Bibelrallye und Freizeitspielgeräte ausgeladen werden mussten.
An diesem Morgen hatte sich das Vogtland in ein Regenkleid gehüllt, was die Kinder überhaupt nicht zu stören schien. Die Organisatoren des Kindertages hingegen schickten des Öfteren einen prüfenden Blick nach oben: Würde sich das Regengebiet verziehen? Die Meteorologen jedenfalls hatten keine Wetterbesserung in Aussicht gestellt. Doch mit der Sicherheit im Herzen, dass mit Gottes Hilfe dieser Tag unvergesslich für Kinder und BetreuerInnen werden würde, ging es frisch und gut gelaunt ans Werk.

Am großen Scheunentor hatte sich der Einlassdienst postiert. Denn die Kinder bekamen hier ihre im Vorfeld selbst geschriebenen Namensschilder ausgehändigt. Außerdem losten sie aus, in welcher Gruppe sie am Nachmittag die Bibelrallye absolvieren würden.

Nach und nach füllte sich die geräumige Scheune mit fröhlichen Kinderstimmen. Angeführt von ihren Betreuerinnen brachten sie ihren Schmuck an den Altar, um ihn hier zu arrangieren. Schon das Betrachten des gesamten Altarbildes zum Thema "Vom Korn zum Brot" stellte eine Entdeckungsreise durch die Gedanken- und Ideenwelt der Kinder dar.
Dann wurden die Kinder zu ihren Sitzplätzen gebracht. Die Instrumentalisten hingegen nahmen ihren Platz im Orchester ein. Und nach einigen Minuten des Instrumentenstimmens ging die Anspielprobe auch schon los.

Pünktlich um 10 Uhr begann der Gottesdienst. Ihm legte der Bezirksälteste Thomas Blank das Bibelwort aus Johannes 6,35 zugrunde:

"Ich bin das Brot des Lebens."

"Onkel Thomas" hieß alle Kinder und Begleiter zu diesem ersten Bezirkskindertag herzlich willkommen. Anschließend entspann sich ein reges Fragen und Antworten zum Textwort und zum Thema des Tages. Im Verlaufe dessen wurde den Kindern verdeutlicht, dass Jesus die Kinder besonders lieb hat(te). Des weiteren kam die Sprache auf Wunder Jesu, die mit dem Textwort im Zusammenhang stehen. Welche Wunder waren wohl gemeint? Krankenheilung? Auferweckung von Toten? Ach ja, die Speisung der 5000: Mit nur fünf Broten und zwei Fischen wurden alle gesättigt, wobei sogar noch reichlich übrig blieb. Aufgrund dieses Erlebnisses wünschten sich die Menschen zu damaliger Zeit Jesus als ihren König. Sie waren der Annahme, dass sie dann nicht mehr irdische Not zu leiden hätten. Doch Jesus gab ihnen zu verstehen, dass sein Reich nicht von dieser Welt sei. Er machte sie darauf aufmerksam, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt, sondern vom Wort Gottes. Denn es ist die Stärkung für unsere Seele. So wie das Korn seine Daseinsform verwandeln muss, damit man letztendlich Brot essen kann, so verwandelt das Wort Gottes unser Wesen.
Die Tatsache, dass Jesus und unser himmlischer Vater jeden mit seinem Namen kennt, wurde für die Kinder noch einmal während der Feier des Heiligen Abendmahls verdeutlicht: Bei der Hinnahme der Hostie wurden sie nämlich mit ihrem Namen angesprochen.
Danach gedachte der Bezirksälteste im Schlussgebet noch einmal ganz besonders der Kinder, die weltweit Hunger leiden und deswegen auch sterben müssen.

Nun machte sich bei dem Einen oder Anderen dann doch ein wenig Hungergefühl breit. So war es nicht verwunderlich, dass die ersten Kinder an den Grill stürmten. Andere hingegen fanden den Weg zum Backofen, wo Bruder R. Keilig Fladenbrote buk, die die Kinder flugs unter sich aufteilten.
Noch immer tröpfelte es vom Himmel herab, doch das vermieste den Kindern keineswegs die Laune. Sie stärkten sich mit Würstchen und Brot, bedienten sich am reichhaltigen Salat-, Gemüse-, Obst- und Getränkebüfett, ehe dann der Bezirksbeauftragte für Kinder, Priester D. Mörchel, zum Bibelrallye-Start aufrief.
Erklärtes Ziel der Rallye war es, an den einzelnen Stationen Wörter zu erspielen, die zum Schluss einen Lösungssatz ergeben sollten.
Also machten sich die Kinder gruppenweise auf den Weg, die fünf aus der biblischen Geschichte ausgewählten Stationen zu absolvieren:

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  • Station 1 "Der blinde Bartimäus", wo besonders der Tastsinn angesprochen wurde
  • Station 2 "Noah und der Regenbogen", wo Geschicklichkeit und Ausdauer gefragt waren
  • Station 3 "Die Weisheit Salomos", wo rund um die Themen aus Sonntagsschule, Religions- und Konfirmandenunterricht Rätsel zu lösen waren
  • Station 4 "Der Psalmist David", wo Musikinstrumente wie Rasseln, Holunderpfeifen oder Kastagnetten aus Naturmaterialien gebastelt wurden
  • Station 5 "Die Mauer von Jericho" - hier kamen die zuvor gebastelten Instrumente lautstark zum Einsatz, um die (Pappkarton)-Mauer zum Einsturz zu bringen.
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    Voller Stolz präsentierten die Kinder nach erfolgreichem Zieleinlauf ihren Lösungssatz, der da lautete: "Ich bin das Brot des Lebens."

    In der Zwischenzeit hatte auch der Regen aufgehört und die Kinder nahmen jetzt unverzüglich das Gelände im Freien in Beschlag. Hier konnten sie sich bei Fuß-, Federball, Seilspringen, Reifenzielwurf u. a. inmitten der Natur so richtig austoben. Besonders stark frequentiert war natürlich der Heuboden in der Scheune. Hier verwandelten sich die Kinder binnen Sekunden in kleine Strohpuppen. Auch die Erwachsenen blieben von so manchem Heu-Schauer nicht verschont, was den Kindern sichtlich Spaß bereitete.

    Für das leibliche Wohl am Nachmittag war ebenso gesorgt, denn viele fleißige Helfer hatten leckere Kuchen gebacken, in deren Genuss jedoch meist nur die Großen kamen, da die Kinder ihre ausgelassene Spielweise ungern unterbrechen wollten. Ab und an, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu bot, schoben sie sich ein oder zwei Stückchen in den Mund.

    Gegen 15 Uhr trafen die Eltern und Großeltern der Kinder ein, um mit ihnen gemeinsam die restlichen Stunden des Beisammenseins bei Sport, Spiel und Gesprächen zu verbringen.
    Der schönste Tag geht einmal zu Ende. Und so hieß es um 18.30 Uhr Abschied nehmen. Doch zuvor ließen die Kinder gasbefüllte Luftballons in die Höhe steigen. Daran waren Kärtchen befestigt, worauf sie ihren Namen und ihre Anschrift vermerkt hatten. Welcher Luftballon wird wohl die weiteste Reise zurücklegen? Diese Frage wird sicherlich in einem nächsten Beisammensein im Kreis der Kinder beantwortet werden können.

    Text: S.C./Fotos: K.Mr., B.M., M.F.

    Spannung, Spiel, Spaß...