"Bonjour Paris" - Sehnsucht und Träume

"Ein Sound, der süchtig macht...": Deutschlands wohl beliebtestes Bläserquintett, Harmonic Brass München, gastierte zum wiederholten Male im Gemeindezentrum Plauen. Diesmal hatten die 5 Klangarchitekten ihr neues Programm im Gepäck - "Bonjour Paris".

(17.10.2009) Plauen/V. "Ein Sound, der süchtig macht…": Deutschlands wohl beliebtestes Bläserquintett, Harmonic Brass München, gastierte zum wiederholten Male im Gemeindezentrum Plauen. Diesmal hatten die 5 Klangarchitekten ihr neues Programm im Gepäck - "Bonjour Paris".

Paris! Weckt nicht allein der Klang dieses Wortes schon eine unsagbare Sehnsucht in uns? Träumen wir nicht sofort von prächtigen Boulevards, historischen Bauten und der legendären exquisit-cuisine? Der französischen Metropole ist seit jeher eine Anziehungskraft zueigen, der sich vor allem auch Künstler bis heute nicht entziehen konnten.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch Hans Zellner, Gergely Lukàcs, Andreas Binder, Thomas Lux und Manfred Häberlein sich auf ihre Art und Weise vor der Stadt mit dem besonderen Flair verbeugen.

Die Fünf haben es sich mit der Programmgestaltung nicht leicht gemacht, denn die Atmosphäre und der Esprit der Weltmetropole sollte sich in der Auswahl der Musikstücke, in den Arrangements und in der Moderation widerspiegeln.

Voilà! Herausgekommen ist ein Konzerterlebnis, das den Zuhörer auf eine entdeckungsreiche Reise durch Paris mitnimmt, die in keinem Reisebüro angeboten wird.

Das Blechbläserquintett zeigte dem Plauener Publikum die "Stadt der Liebe" wie sie sie sehen:
Beginnend mit "Première suite de fanfares" von Jean-Joseph Mouret (1682-1738), dem führenden Exponenten der barocken Musik Frankreichs, ging es auf musikalischem Weg zur frühgotischen Kathedrale "Notre-Dame de Paris" und deren imposanten, 113 Register fassenden Hauptorgel. Danach erklang zart und einfühlsam der Choral "Schafe können sicher weiden", BWV 208 von Johann Sebastian Bach (1685-1750).

Über Versailles, einem Vorort von Paris, führte der Weg hin zu "Jardin du Luxembourg", einem durch klassizistische französische Gartenkunst gekennzeichneten Schlosspark, der mitten in Paris liegt. Hier luden die Musiker ihre Zuhörer ein, einige Augenblicke bei einem Karussell zu verweilen: Andreas Binder (Horn) trug das Gedicht von Rainer Maria Rilke (1875-1926) "Das Karussell" - geschrieben 1906 in Paris - vor. Begleitet wurde er von zwei Trompetern, die leise im Hintergrund dazu spielten.

Ehe die Zuhörer an Paris’ schönster Prachtstraße, der Champs Elysées, ankamen, mussten sie tief hinab steigen in die Katakomben der Opéra Garnier, der alten Pariser Oper, die zugleich Schauplatz der Geschehnisse in Gaston Leroux (1868-1927) klassischem Schauerroman "Das Phantom der Oper" ist. Melodien aus dem gleichnamigen Musical von Andrew Lloyd Webber (geb. 1948) waren ein beredtes Beispiel hierfür.

Danach war es Zeit, dass sich die musikalischen "Reiseleiter" dem Publikum vorstellten: Charmant-witzig, mit einem Schuss Selbstironie verkörperten sie beim "Karneval der Tiere" - 1886 komponiert von Camille Saint-Saëns (1835-1921) jeweils ein Tier, dass sie ihrer Meinung nach treffend charakterisieren würde.

Den Schlusspunkt des musikalischen Ausfluges nach Paris bildete der Besuch im "Disneyland Resort Paris", dem gigantischen Freizeitpark in der Nähe von Paris. Sehnsüchtig hatten nicht nur die anwesenden Kinder die Harmonic-Brass-Version von "Mouse and Friends" samt Preisverlosung erwartet. Um jedoch als einer der drei Preisträger die neueste CD von Harmonic Brass München zu ergattern mussten die Kinder zuvor Melodien erkennen und aufschreiben. Ja, und dann entschied das Los…

Nachdem die musikalische Reise durch Paris beendet war ließen sich die fünf Tonakrobaten erwartungsgemäß nicht lange bitten ein paar ihrer besonderen Musikstücke ihren Zuhörern mit auf den Heimweg zu geben. So bot Manfred Häberlein (Tuba) eine solistische Meisterleistung auf seinem Instrument, die das Publikum den Atem anhalten lies. Wahre Begeisterungsstürme brachen dann aber nach dem Verklingen des letzten Tones aus.

Als Betthupferl spielte das Quintett einen musikalischen Abendsegen. Sehr getragen, ruhig und leise, und damit so gar nicht nach Bläsermanier vorgetragen, beendete er den Konzertabend.

Harmonic Brass München wurde 1991 gegründet und ist das erste professionelle Bläserquintett Europas, dessen Mitglieder sich ausschließlich dem Ensemble widmen.
Und doch finden sie immer wieder Zeit, um in zahlreichen Workshops (Laien-)Bläserensemble zu schulen. So auch im Kirchenbezirk Plauen, wo diese "Weiterbildungsveranstaltungen" in der Vergangenheit großen Anklang gefunden haben. Und dass diese Anleitungen fruchtbringend waren, ist an der Entwicklung der verschiedenen Bläserensemble im Kirchenbezirk deutlich erkennbar.
Deshalb heißt es vielleicht schon bald "Bonjour Plauen!"

Text: K.Mr., S.C./Fotos: K.Mr.

Klangvirtuosen in Aktion